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Rider: Akki Photo: Digger Spot: Alaskamatt

Freeriding ist objektiv eine Extremsportart: Steile Wände, hohe Geschwindigkeiten, tiefer Powder. Aber es ist mehr, es ist eine Leidenschaft, ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Beim Freeriden führt die perfekte Beherrschung der Technik und des Körpers im Zusammenspiel mit dem intensiven Erleben der Natur und ihrer Elemente zu einer Art „Leichtigkeit des Seins“, ein Zustand der Schwere- und Zeitlosigkeit, in dem Körper und Seele mit der Natur verschmelzen. Wenn dieser Moment der inneren Erfüllung gleichzeitig die Sehnsucht und den Wunsch nach Fortsetzung in sich trägt, dann wird er zur Ewigkeit. Es ist dann wie in einem Rausch, in der es weder Zeit noch Raum gibt, in dem der Kopf unendlich frei und die Gedanken völlig rein sind. Sekunden werden zu Ewigkeiten, wenn sich die Schwünge zu einem perfekten Ride vereinen...

 

Die verschneite und unberührte Hochgewirgswelt abseits des touristischen Pistenrummels übt auf uns etwas Magisches und Geheimnisvolles aus, sie wirkt sehr beruhigend und gleichermaßen bedrohlich, oft auch unerreichbar, mit Begeisterung und Respekt ihr Geheimnis und ihre Schönheit zu entdecken, ohne die Ehrfurcht vor den Naturgewalten zu verlieren und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um für einen kurzen Moment Teil dieser Ewigkeit zu werden, über Ländergrenzen hinweg kulturelle Barrieren zu überwinden, mit vielen Menschen rund um den Globus verbunden zu sein, weil freeskiing eine gemeinsame Grundlage darstellt, die Leidenschaft mit Ihnen zu teilen, neue Landschaften, Länder und Leute zu entdecken (www.altabadiafreeride.it) , auch dass macht die Faszination Freeriding und Freeskiing aus. Gewusst wo und vielleicht auch wie, heißt hier die Devise...

 

SKIrider ist eine deutschsprachige Seite für den Freerider, der nicht nur den perfekten Ride erleben will, sondern das neu Entdeckte auch mit anderen Augen und aus einer anderen Perspektive sieht. Nach dem Motto „steep and deep“ nehmen wir Euch mit auf unsere Entdeckungsreise durch die Alpen. Erforscht hier Euer individuelles „freeski paradise“. Für Euch sind wir künftig stets auf der ewigen Suche nach neuen „hot spots“. Powder, ein paar Latten und Felle, ein gute Karte und gute Freunde, mehr braucht man nicht, um einen Ride in einen perfekten Moment zu verwandeln. Aber Vorsicht, die Adrenalinschübe im Powder, in den Couloirs oder in der Steilwand machen süchtig! Denkt immer daran, Freeskiing ist auch ein Privileg jener, die perfekt ausgerüstet sind, die Technik beherrschen, die Naturgewalten respektieren und vor allem das Gelände kennen! Freeskiing bedeutet, die Auseinandersetzung mit sich selbst und der Natur außerhalb von Wettkampf und Konkurrenz.

 

 

Historie: Transalpine Freeride 1997-2008

 

Wir haben 1997 mit dem Freeriding, in La Grave, dem Mekka und Mythos des „Freeridings“ in Europa begonnen, damals zusammen noch mit zahlreichen gleichgesinnten „Ridern“ wie Digger, Linge, Walli, Blumi, Plörg, Dani etc., die dem Sport nunmehr aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr nachgehen. Die Sucht nahm ihren Anfang... Für mich begann es eigentlich schon ein Jahr früher: Bei 50cm Neuschnee an der Marmolada, der Königin der Dolomiten und für mich bis heute auch die Königin der Südalpen, aber dazu später mehr.... Natürlich sind wir schon als Kinder vor und nach den Skirennen ins Gelände gegangen, damals hieß es noch Tiefschnee, heute sprechen wir von „Powder“. Früher sind wir bei Neuschnee „Varianten“ im Wald oder abseits der Pisten gefahren, heute fahren wir im „Backcountry“. Mit dem neuen Material und dem Wissen um alpine Gefahren ging es mehr und mehr darum, flüssig und schnell „big turns“ in weiten, offenen Hänge zu ziehen, die mit der Geschwindigkeit verbundenen sportlichen und konditionellen Aspekte nahmen an Bedeutung zu. Zudem wurde auch für uns „Freeriding“ Ausdruck einer Lebenskultur und des „Lifestyle“.

 

Sehr schnell führte uns der Weg über die großen und überfüllten „Szene-Gebiete“ wie Arlberg, Andermatt, Chamonix an die legendäre Monte Rosa, dass lange Zeit auch unter Freeridern ein Dornröschenschlaf gehalten hat, bis es dann jüngst durch kommerzielle Interessen des Red-Bull-Snowthrills zum Leben erweckt wurde. Eigentlich war es zunächst der Traum vom „Heliskiing“, der uns an die Monterosa führte. Ich erinnere mich noch heute an die akribische Planung unseres ersten Heli-Trips im Hotel Dufour, dem die hiesigen „MonteRosa-Guides“ nur widerwillig zugestimmt haben. Danke Claudio Bastrentaz! Einen Trip Ende der 90er nach Alaska, Kanada, Kaukasus oder nach Kamtschadka konnten wir uns damals nicht leisten, heute können wir, wollen wir aber nicht mehr. Daher war der kleine Walser-Ort Gressoney stets unsere erste Adresse. Jedes Jahr haben wir an der Monte Rosa mehrere Wochen verbracht, oft ohne Erfolg. Der heiß ersehnte Powder blieb stets aus. Einmal sind wir im Februar bei einem Meter Neuschnee an der Monte Rosa an einem Dienstag spontan aus Köln losgefahren und als wir am nächsten Tag auf der Punta Indren standen und die Abfahrt nach Alagna übers „Malfatta-Couloir“ nehmen wollten, war der ganze Schnee über Nacht wegen eines föhnigen Wettereinbruchs und einer Temperaturinversion in sich zusammen gesunken. Wieder standen wir an der Monterosa mit leeren Händen dar.

 

Seitdem verbringen wir Abende teilweise Stunden im Internet mit der Analyse des Wetters oder kontaktieren in Telefonkonferenzen unsere befreundeten „Locals“. Surfer oder Wellenreiter können im Sommer Winde und Wellen sehr exakt vorhersagen, uns gelang es endlich im April 2004 an der Monte Rosa den seit Jahren erhofften Neuschnee des „Genua-Tiefs“ bis fast auf die Stunde genau zu prognostizieren. Unser Vorteil war, dass wir aus den Vorjahren das Gelände bei sicheren Verhältnisse ausgiebig studieren konnten (bis dato hatten wir außer das Marinelli-Couloir dank Andrea Gallo’s Polvere Rosa nichts ausgelassen). Gleichzeitig fanden die ersten offenen italienischen Freeride-Meisterschaften statt, so dass wir bei epischen Verhältnissen eine maximale Ausbeute erzielen konnten, weil die meisten Rider am Wettbewerb teilgenommen haben, während wir dem „Contest“ eine Absage erteilten (siehe Reisebericht Alagna). Dort haben wir auch viele iatlienische Freunde wie Andreas, Verena, Diego und Stefan  kennen gelernt, mit denen wir heute noch gemeinsam zum freeriden gehen. Um den perfekten Moment zu erleben, bedarf es teilweise jahrelanger Geduld und total verrückter Zufälle! Es ist immer wieder das gleiche: Man muss zu richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein.

 

Unsere nächste Etappe hieß Dolomiten. Wir hatten inzwischen viel von Heini Holzer, Hans Kammerlander und Toni Valeruz gelesen und gehört, die steile und engen Rinnen bzw. „Couloirs“ und zahlreiche Steilwände in den 70er und 80er Jahren erst befahren hatten. Einige wurden sogar nach Ihnen benannt, wie z.B. Canale Holzer. Solche Rinnen stellten für uns einen neuen Reiz, eine neue Herausforderung dar. Es folgten viele Befahrungen. Neben Canale Holzer, das Dark Valley (Canale Sassongher), Canale Staunis Nord, Canale Joel, Val Setus... Das war ganz nach unserem Geschmack: Auf den Spuren der Erstbefahrer quer durch die Dolomiten. Man könnte sein ganzes Leben damit verbringen, die unzähligen 45 bis 55 Grad steilen und teilweise bis zu 2000 Höhenmeter abfallenden Couloirs in den Dolomiten zu befahren. Oft ist dies nur dann spät in der Saison möglich, wenn die meisten Freerider mit dem Winter schon abgerechnet haben.

 

Wie letztes Jahr, die Seilbahn der Malga Ciapela auf die Marmolada beendete am 1. April ihre Saison. Es hatte noch mal 40cm Neuschnee gegeben. Wir standen „on the top“ auf 3200m und blickten auf den Passo Fedaia auf knapp 2000m hinab. Der kopierte, weit offene Powderhang war unverspurt, nach Auskunft von Francesco Tremolada, einem der hiesigen Bergführer, der unsere Leidenschaft mit uns teilt, war der Hang absolut „safe“. Wir stürzten uns die Marmolada hinab, es war Powder vom Feinsten, bereits beim dritten Schwung wusste ich, wir konnten Vollgas geben. Es folgten noch weitere fünf Abfahrten, es ist fast so wie Achterbahnfahren, aus der man nicht mehr aussteigt. Man steht in der Gondel und flucht, dass sie einen nicht schneller nach oben bringt...der komplette Rausch an einem Tag und die Bedingungen werden wegen der nordseitigen Ausrichtung der Marmolada zum Nachmittag noch besser! Und von irgendwo tauchen andere Freerider wie Dolo-Franco am Fuße des „Hausbergs“ Marmolada auf, die später zu Freunden werden.  Doch auch ein solcher Tag geht zu Ende und für diese Saison haben wir uns fest vorgenommen, in etwa nachzuvollziehen, was damals Heini Holzer, Patrick Vallencant, Sylvian Saudan und andere noch lebende Legenden wie Stian Hagen und Toni Valeruz erleben haben. Wir wollen unseren Sport in allen Facetten kennen lernen und viele neue Gebiete entdecken. Und auch der bereits totgesagte und totgeglaubte Winter 2007 wurde dann doch noch zur Offenbarung, in den Dolomiten, auf den Spuren von Heini Holer und Toni Valeruz eben (Roadtrip Winter 2007)

 

Der Winter 2008 kam wieder einmal sehr spät, für den Einen endete er (zu) früh, für die Anderen nahm er irgendwie überhaupt kein Ende. Die Spots des Winters hießen Stuben (Arlberg), AltaBadia (Dolomiten) und Andermatt, dass nunmehr nur noch Alaskamatt heißt. Eine Trümmerfraktur im linken Handgelenk am 30. März bedeutete für mich das Aus für den Restwinter im April in Alaskamatt, den Digger und Akki noch einmal in vollen „Schwüngen“ genießen konnten. Jedes Wochenende verbrachten Sie in Alaskamatt und erlebten nach eigenem Bekunden das „Freeride-Paradise“ auf Erden.  Warum? Das seht ihr hier...!

 

 

 

Check the risk and catch the spirit

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Arnd Motzkus
arnd@skirider.de