| | Malfatta Couloir | | Schwierigkeitsgrad | extrem schwierig (*****) | | Lage/Exposition | Punta Indren, Nordost | | techn. Daten | e 2.900m, Abfahrt. 2000 Hm, max. 50 ° | | Ausrüstung | +Seil, Steigeisen | | Bemerkung | gehört nach Punta Vittoria und Marinelli Coulior zu den besten „runs“ der MonteRosa, nur mit Guide möglich, auch wenn von der Punta Indren lediglich traversiert wird, ist es sehr schwierig zu finden, hochalpines Gelände, Einstieg meistens nur mit Seil und Steigeisen möglich. Etwas höher auf 3.500m liegt die Punta-Vittoria Couloir, Einstieg bei ca 50-55° nur mit Seil, mit 2.500 Hm einer der längsten Abfahrten Europas. Ein Sturz kann tödlich sein! | Skirider's Links: www.alagna.it, www.monterosa4000.com Reisebricht Alagna: "A perfect day im Leben eines Freeriders oder wozu Contests gut sind!" Über Ostern 2004 war ich mit meiner Freundin Kirsten bei meinem Bruder in Zürich. Von dort aus haben wir bereits Kurztrips nach Engelberg und Les Diablerets unternommen. Bereits dort hatte ich zwei tolle Powder-Tage, aber es sollte noch besser werden. Während meine Freundin mit meinem PKW die Heimreise antrat, bin ich am Dienstag mit dem Zug von Zürich nach Chur gefahren, wo mich Stocki aufnahm. An der Monterosa trafen wir dann noch Dirk, der aus La Plagne anreiste. Wir fuhren noch einmal nach Gressoney an die Monterosa, um dort am 16. April 2004 an dem „first italian freeride championship" teilzunehmen. Es sollte ein sonniger Ausklang einer Skisaison werden, die für jeden Freerider bekanntermaßen bereits sensationell verlaufen war. Doch es kam wieder einmal ganz anders. Von Freitag auf Samstag über die Osterfeiertage hatte es 50 cm Neuschnee an der Monterosa gegeben. Und die Wettervorhersage kündigte ein weiteres „Genua-Tief" mit neuerlichen Schneefällen für die dritte April-Woche an. Wir reisten Dienstag Abend in Gressoney mit großen Hoffnungen und Erwartungen an, die die bisherigen Erlebnisse der Saison noch übertreffen sollten. Der Mittwoch gestaltete sich am Vormittag noch sehr sonnig. Wir zogen im Salza- und Lys-Valley erste Spuren im Powder, der zum Wochenende gefallen war. Allein diesen Tag hatten wir nicht mehr auf unserer Rechnung, es hätte bereits der Letzte der Saison sein können, wir wären absolut zufrieden gewesen. Am Mittwoch nachmittag setzte dann der erwartete, dichte Schneefall ein, der bis Freitag morgens anhielt. Es hatte ca. 100cm Neuschnee gegeben, aber es hätte auch nicht mehr sein dürfen. Die Sicht am Donnerstag und Freitag war gut genug, um mit unseren neu gewonnenen italienischen Freunden aus den Dolomiten kleinere „runs" im hüfttiefen Powder am Passo Salati im sicheren Gelände zu unternehmen. Der Schnee war sehr locker und „spritze" nur so auf. Allerdings zwangen die Neuschneemengen die Organisatoren das Rennen auf Samstag zu verlegen. Aufgrund der Lawinengefahr wurde auch ein neuer Streckenverlauf festgelegt. Ursprünglich sollte der erste „run" vom Passo Salati durchs Val D' Ollen nach Alagna führen, der zweite " run" von der Punta Indren nach Staffal, insgesamt waren es 2600 Höhenmeter. Jetzt wurde das Rennen stark verkürzt und die Strecke nach Alagna gesperrt, „Link to Alagna closed" hieß es auf den Hinweisschildern am Passo Salati. Damit verlor der Contest erheblich an Attraktivität.
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| | Val D'otro | | Schwierigkeitsgrad | sehr schwierig (*****) | | Lage/Exposition | Passo Salati/ Südost | | techn. Daten | Aufstieg ca. 1h, Höhe 2.900m, Abfahrt: 1800 Hm, max. 45-50 ° | | Ausrüstung | Felle bei Neuschnee | | Bemerkung | Aufstieg über den Passo Zube, landschaftlich mit Sicherheit einer der schönsten Abfahrten Europas, aber im mittleren Teil wegen Felsabrüchen sehr gefährlich, wer sich einmal verfahren hat, kommt ohne Hilfe nicht mehr weiter, bei schlechten Bedingungen nicht machbar, bei Neuschnee hohe Lawinengefahr unterhalb des Il Torro. Erfahrenen Freeridern empfehle ich die Abfahrt durch die 45° steile Couloir ins Val D’Olen | Skirider's Special: Andrea Gallo "Polvere Rosa I+II". Auszüge aus dem Buch findet ihr unter www.planetmountain.com/freerider/itinerari/index.html Nach einer langen Freeride-Party-Nacht sind wir Samstag frühmorgens um 7 Uhr aufgebrochen, um an dem für 8.30 Uhr terminierte Rennen teilzunehmen. Damit die 240 Freerider auch am Rennen teilnehmen, war das Val D' Ollen nach Alagna nach wie vor gesperrt, aber Insider-Informationen zufolge, sollte dort die Punta-Indren Bahn und der Balma-Lift laufen. Dort lag 3 Tage unberührter Neuschnee! Nach einer ersten Testfahrt nach Gressoney, stellten wir fest, dass die Bedingungen perfekt waren. Der Neuschnee hatte sich ein wenig gesetzt; er war sehr locker und reichte immer noch bis zum Knie. Die hinter den Wolken zum Vorschein kommende Sonne sollte aber innerhalb von 4 bis 5 Stunden den Powder zu einem faulen Nassschnee verwandeln. Uns blieb also nicht viel Zeit, aber aufgrund der frühen Startzeit waren wir ja bereits um 8 Uhr früher denn je am Passo Salati. Dirk und ich schauten uns in die Augen und wussten sofort was zu tun ist. Auf diesen Tag an der Monte Rosa hatten wir 5 Jahre gewartet. Wir zögerten keinen Augenblick und entschieden uns gegen das Rennen. Wir zogen es vor, unser Glück in den unberührten Powder-Hängen von Alagna, Salza- und Lys-Valley zu suchen. Wir wurden noch kurz vom italienischen Fernsehen für ein Kurzinterview „aufgehalten". Das Interview endete mit der Frage „Do you like this race" und mit Dirk's abrupte Antwort war „Yes it's great, but we prefer to go freeride, zur Verblüffung des italienischen Reportes. Da der „offizielle Run" nach Alagna gesperrt war, wählten wir den für die Mehrheit unbekannten 55 Grad steilen Einstieg in die „Canale Longhez". Dort erkannten wir zu unserer Freude, dass die Punta-Indren-Bahn und der Balma-Lift tatsächlich geöffnet hatte „F... the race and let's go to have fun" schrien wir gegen den Himmel und stürzten uns in das bisher größte Abenteuer unserer Freeride-Leidenschaft. Wir waren die ersten und nur wenige folgten uns. Die gesamte „Konkurrenz" startete das Rennen, als wir schon zwei „runs" im perfekten Powder an der Punta Indren nach Alagna hinter uns hatten. So ging es noch 2 bis 3 Stunden und als wir dann mittags durch das einsame Salza-Valley ins Tal abfuhren und die anderen im Zielraum ihre Party feierten, fühlten wir uns als die wahren Sieger des Tages. Wir konnten uns großes Glück kaum begreifen. Nur der Contest ermöglichte uns diesen einmaligen Tag. Ohne das Rennen, wären die Abfahrten an der Punte Indren nach Alagna nach einer Stunde verspurt gewesen, ohne die frühe Startzeit des Rennens wäre die Bahn nicht so früh gegangen und wir wären nicht um 8 Uhr auf dem Passo Salati, dem Tor zum Freeride-Himmel, gewesen. Später erzählte uns Maurizio Gallo, ein Einheimischer und Verfasser des Freeride-Buchs „Polvere Rosa“ , in der Wunderbar dass dies wohl der beste Tag im April seit 25 Jahren an der Monte Rosa war, keiner wusste dies besser als wir...
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